25. Juni 2014

Aktionswoche Schuldnerberatung: Schuldnerberater und Stromsparberater treten gegen Energiesperren in die Pedale

P1010854zUnsere heutige PM zur Aktionswoche: „Immer mehr Menschen mit niedrigem Einkommen können aufgrund der teils drastisch gestiegenen Kosten für Energie ihre Strom- und Gasrechnung nicht mehr bezahlen. Die Anfragen und der Beratungsbedarf zu Energie- und Mietschulden in der Schuldnerberatung nehmen stetig zu. In dieser Woche findet deshalb die Bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung unter dem Motto „Und dann war´s plötzlich dunkel und kalt…. Energieschulden – Energiesperren“ statt.

„Energiewende sozial gerecht gestalten“ und „Bei Sozialleistungen die tatsächlichen Energiebedarfe berücksichtigen“ sind nur zwei von sechs Forderungen, die das offizielle Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) zur Aktionswoche umfasst. Diesem Positionspapier schließt sich die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung Hamburg e.V. (LAG SB HH) an. Sie nahm die Aktionswoche zum Anlass, um in Hamburg auf das Thema Energieschulden und Energiesperren aufmerksam zu machen. Dazu haben Hamburger Schuldnerberaterinnen und -berater der LAG SB HH sich heute vor dem Mariendom in St. Georg auf´s Fahrrad geschwungen.

Dabei handelte es sich jedoch nicht um gewöhnliche Fahrräder. Die Fahrräder der Firma Morgenwelt sind mit einer Umspannvorrichtung ausgestattet und können elektrische Energie aus Muskelkraft erzeugen.„Es ist erstaunlich: ohne Probleme lässt sich mit unseren Rädern eine Musikbühne beschallen. Aber eine Tasse Kaffee lässt sich mit Muskelkraft allein nicht erzeugen – das Erhitzen des Wassers benötigt viel zu viel Energie.“, so Björn Hansen, Geschäftsführer der Firma Morgenwelt. Der Lerneffekt zeige sich schnell: Wer auf den Energieerzeugungsrädern einmal erfahren habe, wie viel Energie die Warmwasserbereitung benötigt, werde zukünftig den Wasserkocher nicht mehr komplett füllen, wenn nur eine Tasse zu erwärmen ist.

„Uns ist es wichtig, Präventionsarbeit zu leisten um Stromschulden gar nicht erst entstehen zu lassen“, so Ines Moers vom Vorstand der LAG SB HH. Eine Möglichkeit zur Verhinderung von Stromschulden seien zum Beispiel Vorauskasse- Systeme, so genannte PrePaid Stromzähler. Die Einführung von PrePaid Stromzählern wurde als Zielsetzung in den Koalitionsvertrag der Bunderegierung aufgenommen. Die Erfahrung aus anderen Kommunen, in denen es die PrePaid Systeme bereits gibt, zeige jedoch einige Risiken auf, die es bei der Einführung zu vorzubeugen gilt. Die LAG SB HH engagiert sich deshalb für eine kundenfreundliche Umsetzung von PrePaid Stromzählern in Hamburg, bei der die Vorteile die Nachteile überwiegen.

Auch die Stromsparhelfer der Caritas unterstützten die Fahrradaktion der LAG SB HH und traten ebenfalls in die Pedale. Seit 2009 messen und analysieren die Energiesparberater den Verbrauch von Wasser, Strom und Heizung eines Haushalts direkt vor Ort in dessen Wohnung. Neben der Beratung erhalten die Haushalte zusätzlich nach Bedarf ein sogenanntes Energiespar-Paket, bestehend aus Energiesparlampen, Wasserstrahlreglern und abschaltbaren Steckerleisten. Seit Beginn des Projektes wurden bereits über 5.000 Beratungen in Hamburg durchgeführt und eine jährliche Stromkostenersparnis von durchschnittlich 130 Euro pro Haushalt und 60 Euro für Kalt- und Warmwasser erreicht. Außerdem wurden im Rahmen des Projekts bisher 44,6 Tonnen CO2 vermieden.“

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