24. Juni 2014

iff zu Kontoüberziehungskrediten: „Keine Probleme bei überhöhten Zinsen – findet eine neoliberale Modellstudie in den Niederlanden“

Das Institut für Finanzdienstleistungen (iff) schreibt: „Im Juni 2014 wurde in den Niederlanden eine Studie zu den Überziehungszinsen veröffentlicht. Eigentlich ist dies ein Skandal. (…) [Die niederländische Regierung hat nun deutlich gemacht], dass Studien weiterhin ein bewährtes Mittel sind, um Regulierungen der Banken zunächst hinauszuschieben und dann abzuwehren. Das Konzept ist einfach: Man konstruiert ein neoliberales Modell der Wirklichkeit und lässt in diesem Modell die mündigen Verbraucher mit den wettbewerbstreuen Banken konkurrieren. Dass diese Wesen dann jede Einmischung von außen ablehnen müssen, ist im Ansatz angelegt. (…) Das Problem der ärmeren Verbraucher, das unter dem Motto „Die Armen zahlen mehr“ (so der Titel des Buches über Kredite von David Caplovitz 1963) seit langem international bekannt ist, liegt in ihrer ohnmächtigen Situation, mit der sie jeder Bank in Liquiditätsengpässen und zeitweiser Überschuldung gegenübertreten. (…) Nicht die Ungerechtigkeit eines Marktes, der im risk based pricing denjenigen die sozialen Risiken aufbürdet, die sie am wenigstens tragen können und auch nicht verschuldet habe, ist Gegenstand der Untersuchung sondern die Unfähigkeit der Schwächsten, den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.“



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