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„Mit Schulden wird Wohnungslosigkeit sehr schnell zu einer realen Gefahr“

PM der BAG-SB: Schuldnerberatung unterstützt Kampagne WOHNUNG_LOS! der BAG-W

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag das Ziel festgeschrieben, bis 2030 Obdach- und Wohnungslosigkeit zu überwinden und dafür einen Nationalen Aktionsplan aufzulegen. Im Rahmen der Kampagne WOHNUNG_LOS! ruft die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG-W) deshalb in dieser Woche dazu auf, auf die notwendigen politischen Maßnahmen aufmerksam zu machen. Unterstützt wird die BAG-W dabei unter anderem von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V. (BAG-SB). 

Eine Wohnungskündigung kann bereits erfolgen, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Monaten die Miete nicht vollständig bezahlt wurde oder sich die Mietschulden in der Höhe von zwei Monatsmieten bewegen. „Wir erleben täglich, wie verhältnismäßig niedrige Schulden Menschen in existenzielle Notlagen bringen.“ berichtet Ines Moers, Geschäftsführerin der BAG-SB. Selbst Haushalte mittleren Einkommens könnten aufgrund hoher Wohnkosten kaum noch Rücklagen bilden für unvorhergesehene Rechnungen oder Reparaturen. Das sei in Zeiten steigender Energie- und Lebenshaltungskosten für viele Menschen ein riesiges Problem und führe häufig dazu, dass auch Mietzahlungen nicht pünktlich oder vollständig geleistet werden können.

„Gerade Menschen, die Schulden oder negative SCHUFA-Einträge haben, haben kaum Chancen, auf den angespannten Wohnungsmärkten umzuziehen, um ihre Mietkosten zu senken. Sie schämen sich für ihre Situation oder wissen nicht von den staatlichen Unterstützungsleistungen, die ihnen zustehen. Für sie wird Wohnungslosigkeit sehr schnell zu einer realen Gefahr.“, so Moers weiter.

Als eine von fünf Kernforderungen setzen sich die beiden Bundesverbände daher für eine Stärkung der Präventionsmaßnahmen ein. Sie schlagen vor, Zwangsräumungen in die Wohnungslosigkeit gesetzlich auszuschließen. Eine Räumung solle nur dann vollzogen werden dürfen, wenn ein zumutbarer Ersatzwohnraum zur Verfügung steht.

Susanne Hahmann, Vorsitzende der BAG W, ergänzt: „Es geht darum, eine Wohnung möglichst erst gar nicht zu verlieren. Und es geht darum, Menschen in schwierigen Lebenslagen nicht zu vergessen, sondern sie menschenwürdig unterzubringen, sie am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen und ihre gesundheitliche Versorgung zu sichern.“